Lüchow-Dannenberg. Zu aktuellen Entwicklungen und uns aus Mitgliederkreisen erreichten Fragen nehmen wir wie folgt Stellung:
- Wurden bereits Standorten des TEAM-Bereichs seit der außerordentlichen Generalversammlung am 11. Mai veräußert?
Bisher haben keine Verkäufe stattgefunden, aber die Verhandlungen laufen weiter. Grundsätzlich gilt: Verkäufe sind trotz des Antrags auf einstweilige Verfügung möglich, sofern es wichtige Gründe hierfür gibt, z.B. Vermeidung von Verlusten, nicht funktionsfähige Technik, keine Gewährleistung der Getreideannahme in Eigenregie etc. - Was passiert, wenn ein Standort nicht bis zum 31. Dezember 2026 einen neuen Betreiber gefunden hat. Wird er dann unmittelbar geschlossen und die Mitarbeitenden betriebsbedingt entlassen.
Nein. Sofern sich Verkaufsverhandlungen über einen Standort verzögern und daher nicht vor dem 31. Dezember 2026 abgeschlossen werden können, werden wir keine abrupten Schließungen vollziehen. Das wäre gegen unsere Interessen an einer erfolgreichen Fortführung der Standorte in neuer Eigentümerschaft gerichtet und wird daher solange die Entscheidung in unseren Händen liegt, nicht geschehen. Nichts ist uns wichtiger als ein geordneter Übergang, der der Landwirtschaft, den Mitarbeitenden und der Region eine klare Zukunftsperspektive bietet - Wie bewertet der Vorstand die Initiative für eine weitere außerordentliche Generalversammlung
Seit dem 1. Juni liegt uns ein Mitgliederbegehren zur Durchführung einer außerordentlichen Generalversammlung vor. Initiiert wurde dies von ehemaligen Führungskräften der VR PLUS. Erneut soll der Aufsichtsrat abgewählt werden und es soll über eine Satzungsänderung abgestimmt werden. Wir prüfen nun zunächst, ob die formalen Kriterien für ein entsprechendes Begehren erfüllt sind, u.a. ob alle Unterschriften von Mitgliedern stammen. Dann werden wir juristisch bewerten lassen, ob es sich hier um eine missbräuchliche Nutzung der satzungsmäßigen Mitgliederrechte handelt. Davon werden wir die weiteren Entscheidungen abhängig machen. - Welche Auswirkungen hätten die Beschlüsse der von einigen Mitgliedern angestrebten außerordentlichen Generalversammlung?
Sollte der Aufsichtsrat abgewählt werden, muss ein neuer Aufsichtsrat gewählt werden. Alle neu gewählten Mitglieder müssten anschließend von der Bankenaufsicht bestätigt werden. Sollte ein neuer Aufsichtsrat, den Wunsch oder die Forderung äußern, die TEAM-Standorte nicht zu verkaufen, hätte dies keine Auswirkung für unseren Weg. Der Vorstand, nicht der Aufsichtsrat, ist für die operative Führung verantwortlich. Daher stehen wir für die Umsetzung des Beschlusses aus der a.o. Generalversammlung am 11.05.2026 zur Trennung von Bank und Ware. Dem Beschluss entgegenzuhandeln, wäre ein Verstoß gegen einen klaren Auftrag der Mehrheit der Mitglieder. Einen Weg, dessen Scheitern vorprogrammiert ist, würden wir nicht verfolgen. Das TEAM-Geschäft innerhalb der Bankbilanz zu führen, ist gescheitert. Der Aufsichtsrat müsste dann unsere Entlassung betreiben und dann einen neuen Vorstand gewinnen, der eine Geschäftspolitik verfolgen würde, die dem Wunsch des Aufsichtsrates – jedoch nicht der Mehrheit der Mitglieder - entspricht. Auch diese neue Vorstandsbestellung erfordert dann die Zustimmung der Bankenaufsicht. Die vorgeschlagene Satzungsänderung hätte keine Auswirkung auf unsere Geschäftspolitik. Auch ihre Ablehnung nicht, da wir die Zustimmung zum Verkauf der TEAM-Standorte innerhalb der bestehenden Satzung erhalten haben. - Wie steht die VR PLUS zum Vorwurf nicht auf die kritischen Mitglieder zugegangen zu sein, so dass die Dinge nun juristisch geklärt werden?
Diesen Vorwurf bewerten wir als reine Schutzbehauptung. Die außerordentliche Generalversammlung endet am frühen Morgen des 12. Mai. Bereits am 15. Mai wurde der Antrag auf eine einstweilige Verfügung beim Amtsgericht Danneberg gestellt. Hinzu kommt, dass eine klare Mehrheit der Mitglieder für die Veräußerung der Warenstandorte gestimmt hat und es somit keinen Handlungsspielraum für ein Abweichen von den Beschlüssen gibt. - Wie wird der Dialog mit den Mitgliedern weitergeführt?
Derzeit sind Einladung zu Mitgliederortsveranstaltungen im Zeitraum vom 29. Juni bis zum 4. Juli in Vorbereitung. Sie werden in der kommenden Woche versandt werden. Insgesamt sind sieben Veranstaltungen vorgesehen. Themen werden das Zukunftsprogramm für unsere Kreditgenossenschaft VR PLUS Altmark-Wendland eG, die aktuelle Situation an unseren TEAM-Standorten und der Stand der juristischen Auseinandersetzungen sein. - Wie viele Kündigungen sind seit der außerordentlichen Generalversammlung am 11. Mai erfolgt?
Wir hatten alle gehofft, dass nach der Entscheidung der Generalversammlung, das Geschäftsfeld Technik, Energie, Agrar und Märkte aufzugeben, Ruhe einkehrt und die Veräußerung der Standorte zügig voran geht und damit eine klare Zukunftsperspektive entsteht. Der Antrag auf einstweilige Verfügung hat diese Hoffnung zunichte gemacht, so dass wir Kündigungen erleben und auch mit weiteren Kündigungen rechnen müssen. Zwischen dem 11. Mai und dem 2.Juni verzeichneten wir 16 Kündigungen. - Welche Auswirkungen haben diese Kündigungen auf unsere Leistungsfähigkeit an den verschiedenen Standorten?
Wir können nicht ausschließen, dass wir gezwungen sein werden, einzelne Standorte wegen Personalmangels zumindest temporär schließen zu müssen. Kündigungen haben insbesondere Auswirkungen auf den Agrarhandel und die Technik-Standorte, da die erforderlichen Kompetenzen und Erfahrungen anders als in den Bereichen Energie und Märkte nicht auch bei Arbeitskräften aus anderen Branchen existieren. Mithin ist hier die Anzahl potenzieller Bewerber für Neueinstellung begrenzt. Im Technikbereich ist zum Beispiel die Beschäftigung eines Meisterserforderlich, um Reparaturen durchführen zu dürfen. - Was unternimmt der Vorstand, um dem Personalmangel entgegenzuwirken?
Zuvorderst bemühen wir uns intensiv um Neueinstellungen. Ferner sind wir bestrebt auch mit zusätzlichen Maßnahmen die Mitarbeitenden in unserem Unternehmen zu halten, wie zum Beispiel eine temporäre Einsatzzahlung für die Mitarbeitende im Geschäftsfeld Agrar. Weiter werden wir in Abstimmung mit dem Betriebsrat temporäre Versetzungen prüfen, um möglichst viele Standorte offenzuhalten. Zudem kommen Vermietungen von Standorten an andere Marktteilnehmer in Frage. So ist zum Beispiel der Standort in Brahlstorf seit dem 1. Juni an die Raisa vermietet. - Ist die Zahlungsfähigkeit der VR PLUS gewährleistet?
Selbstverständlich ist die VR Plus hinreichend liquide, um die Landwirte zu bezahlen. Zudem gelten die geschlossen Verträge unverändert - auch bei etwaigen Veräußerungen - Wie ist der Stand bei der Einhaltung der vorgegebenen Eigenkapitalquoten?
Mit Blick auf die für die Aufsicht entscheidende Kapitalquote liegen wir noch über der bankaufsichtlichen Vorgabe. Schwieriger wird es, die Quoten einzuhalten, wenn die Ernte angeliefert wird, da alle landwirtschaftlichen Bestände mit Eigenkapital zu unterlegen sind und das damit verbundene Marktpreisrisiko von einer Bank seitens der Aufsicht mit einem hohen Risikogewicht unterlegt werden muss. Dies ist einer der Gründe, warum es keinen Sinn macht, das Warengeschäft innerhalb einer Bankbilanz zu führen. Das so gebundene Geld fehlt für das deutlich margenreichere Kreditgeschäft. Wir sind aber bestrebt, durch eine intensive Steuerung die geforderte Kernkapitalquote zu halten. Steuerung kann in diesem Fall heißen, ggf. Kreditgeschäft konsortial zu betreiben, an andere Genossenschaftsbanken oder Partner der genossenschaftlichen FinanzGruppe zu vermitteln. In jedem Fall heißt dies aber „Verzicht auf Erträge“, die wir benötigen.